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| Frieden
und Wiederaufbau unter einem Regime überwachter Freiheit
Angola 2002-2006
Am
4. April 2002 endete in Angola ein Bürgerkrieg, der während
eines Vierteljahrhunderts (1975 - 2002) den Tod einer halben
Million Menschen forderte, der ein Drittel der Bevölkerung
ins innere Exil und weitere 450'000 als Flüchtlinge in
die Nachbarländer trieb. Für die nach dem jahrzehntelangen
Konflikt ausgeblutete Bevölkerung und die durch die Gewalt
des Krieges zersplitterte Gesellschaft bedeutet dies zweifelsohne
eine enorme Entlastung. Der Frieden in Angola ist indessen noch
weit entfernt von nationaler Versöhnung, Demokratisierung
und sozialer Gerechtigkeit. Didier Péclard über
die jüngere Entwicklung.
Nach der Unterzeichnung
eines Abkommens, das die Feindseligkeiten zwischen den angolanischen
Streitkräften (FAA) und der Unita (Union für die totale
Befreiung Angolas) – einer Rebellenbewegung, welche die
Macht der MPLA (Volksbewegung für die Befreiung Angolas)
seit der Unabhängigkeit Angolas im Jahr 1975 herausgefordert
hatte – scheint sich das Land jetzt endlich auf dem Weg
zu einem dauerhaften Frieden zu befinden. Das Abkommen vom 4.
April 2002 markiert schon deshalb eine wichtige Etappe in der
jüngsten Geschichte des Landes, weil es auf zwei gescheiterte
Friedensprozesse folgte.
Nach dem Tod
von Jonas Savimbi, dem historischen Führer der Unita, haben
die neuen Führer der ehemaligen Rebellenbewegung schnell
die Konsequenzen ihrer militärischen Niederlage akzeptiert.
Die Unita ging geschwächt aus mehreren Jahren internationaler
Sanktionen hervor, die aus ihr eine Pariah-Bewegung machten.
Nachdem sie die Kontrolle über die Diamentenbergwerke an
die Regierungverloren hatte, verfügte sie nicht mehr über
die nötigen Ressourcen, um den FAA standzuhalten. Innerhalb
weniger Monate wurden 85'000 Soldaten in Demobilisierungszentren
kaserniert und 5000 von ihnen in die FAA integriert. Ein neuerliches
Aufflackern des Krieges erscheint heute undenkbar, auch wenn
nicht vergessen werden sollte, dass die Befreiungskräfte
der Enklave Cabinda (FLEC) – wenn auch ohne jede Aussicht
auf Erfolg - noch immer für die Unabhängigkeit der
Region kämpfen, aus der die meisten Erdölerträge
Angolas stammen. Auch die soziale Wiedereingliederung der demobilisierten
Soldaten und ihrer Familien ist noch weitgehend zu leisten.
Die Situation im Innern des Landes hat sich jedoch einigermassen
normalisiert und ein grosser Teil der internen Flüchtlinge
konnte in ihre Heimat zurückkehren, trotz der Millionen
von Antipersonenminen, die bei der Wiederaufnahme der landwirtschaftlichen
Aktivitäten eine schwere Hypothek darstellten.
Alle Macht
dem Präsidenten
Während
der Frieden also eine positive Errungenschaft darstellt, wirft
die Art und Weise wie er zustande kam, einen Schatten auf die
Nachkriegszeit. Das Abkommen vom April 2002 war nämlich
die Krönung der Strategie von Präsident dos Santos,
vollständig auf die militärische Karte zu setzen.
Damit erhielt er den Frieden ohne „Kollateralschäden“
und kam darum herum, einer Machtteilung zustimmen zu müssen,
wie dies bei einer Verhandlungslösung der Fall gewesen
wäre. Der Frieden kam im Rahmen einer Dynamik zustande,
welche die Macht in den Händen des Präsidenten und
einer engen Zahl von Vertrauten konzentrierte. Diese Entwicklung
geht auf die 1980er Jahre zurück und beruht auf dem Krieg
und der Kontrolle über den Erdölsegen (Angola ist
der zweitgrösste Erdölproduzent Afrikas südlich
der Sahara, direkt nach Nigeria, und produziert annähernd
zwei Millionen Fass Erdöl täglich). In dieser Hinsicht
kann der Sieg der MPLA als Niederlage der Zivilgesellschaft
interpretiert werden.
Während
der letzten Kriegsphase (1999 – 2002) verfolgten der Präsident
und seine Umgebung ein doppeltes Ziel: die militärische
Vernichtung der UNITA und auf politischer Ebene, wenn möglich,
das Verstummen der immer lauter werdenden Stimmen, die Verhandlungen
zwischen den Konfliktparteien als ihrer Meinung nach einzige
Garantie für Gerechtigkeit und Versöhnung forderten.
Diese Stimmen liessen sich vor allem aus den Kirchen vernehmen.
Obwohl die Kirchen, die reformierten und die katholische, aus
historischen Gründen lange entzweit waren, gründeten
sie im April 2000 ein zwischenkirchliches „Komitee für
den Frieden“ (COIEPA). Die Aufgabe dieses Komitees erwies
sich als äusserst schwierig. Im Innern stand es einer Regierung
gegenüber, die jede Hinterfragung ihrer Kriegsstrategie
als Verrat bekämpfte und die Verhandlungen mit der Unita
von vorneherein ausschloss, da ihre Propaganda auf der Verurteilung
von Savimbi als Kriegsverbrecher fusste. Des weiteren wurde
der COIEPA auf dramatische Weise die Unterstützung der
internationalen Gemeinschaft vorenthalten, die mehrheitlich
(stillschweigend oder explizit) die Regierung unterstützte.
Trotzdem stellte die COIEPA eine Gefahr für die Regierungsmacht
dar, weil sie für eine Verhandlungslösung eintrat
und weil sie der Embryo einer starken und organisierten Zivilgesellschaft
darstellte, die im Nachkriegsangola mitreden wollte. Mit dem
Durchsetzen ihrer militärischen Option hat die angolanische
Regierung folglich zwei Dinge auf einen Schlag erreicht: Neben
der Schwächung der Unita hat sie das Erstarken der zivilen
Institutionen verhindern können, die bei einem andern Ausgang
als politische Akteure nicht so leicht zu umgehen gewesen wären.
So aber ist die MPLA mehr denn je zuvor die einzige Macht im
Land.
Demokratisierung
bleibt aus
Unabhängig
davon stellt sich die Frage der Demokraktisierung des Regimes.
Bis zum heutigen Tag bleiben die von der Regierung entsandten
Zeichen doppeldeutig. Die Daten für die Erneuerungswahlen
des vor 15 Jahren gewählten Parlamentes und die Präsidentschaftswahlen
werden laufend hinausgeschoben. Obwohl Präsident dos Santos
zugesichert hatte, dass der Urnengang „spätestens
im September 2006“ stattfinden sollte, erklärte er
Anfang Jahr vor dem Zentralkomitee der MPLA, dass die Wahlen
erst durchgeführt werden könnten, wenn das durch den
Bürgerkrieg zerstörte Strassen- und Schienennetz wieder
hergestellt sei. Damit wird der Urnengang frühestens auf
die zweite Hälfte von 2007 verlegt.
2005 wurden
dennoch einige für den Wahlprozesses unerlässliche
Vorbereitungen eingeleitet. Im August verabschiedete die Nationalversammlung
ein neues Wahlgesetz, welches die Einsetzung einer „Nationalen
Wahlkommission“ (CNE) ermöglicht. Die Zusammensetzung
der CNE hat Mitte 2005 heftige parlamentarische Debatten ausgelöst.
Die Verhandlungen darüber haben erneut bestätigt,
dass die Kontrolle über den Wahlprozess und dessen zeitlichen
Ablauf für den amtierenden Präsidenten und dessen
Partei von erstrangiger Bedeutung sind. Acht der elf Mitglieder
der CNE sind direkt oder indirekt mit der MPLA und dem Präsidenten
selbst verbunden. Ausserdem hat dos Santos durch einen Erlass
des Obersten Gerichts erreicht, dass das neue Wahlgesetz ihm
das Recht zugesteht, sich vom nächsten Urnengang an für
maximal drei Wahlperioden zu je fünf Jahren wählen
zu lassen. Die vor diesem Datum an der Macht verbrachten Jahre
seit seiner Wahl im Jahr 1992 werden nicht berücksichtigt,
weil der wieder entbrannte Bürgerkrieg damals die zweite
Runde der Präsidentschaftswahlen verhinderte. Kurz, es
deutet alles darauf hin, dass dos Santos und die MPLA die Absicht
haben, sich der Wählerschaft erst dann zu stellen, wenn
sie davon überzeugt sind, dass der Urnengang nicht nur
keinerlei Gefahr für sie darstelllt, sondern im Gegenteil
ihre Kontrolle über den angolanischen Staat festigt.
In diesem
Kontext haben die Oppositionsparteien kaum etwas zu sagen. Die
erste unter ihnen, die Unita, kämpft immer noch darum,
ihre Einheit unter der Führung von Isaias Samakuva zu wahren.
Erst zu Beginn dieses Jahres ist der alte Gegensatz zwischen
dem militärischen und dem politischen Flügel wieder
aufgeflackert. Auch wenn sich einige Parteien unter einer gemeinsamen
Plattform zusammen geschlossen haben, scheint keine von ihnen
in der Lage zu sein, dem Apparat der MPLA etwas entgegen zu
setzen.
Ausserdem
bleibt die freie Meinungsäusserung ausserhalb der Hauptstadt
fragil. Mehrere Oppositionsparteien haben sich darüber
beklagt, dass sie in den Provinzstädten nicht frei agieren
können, und es gab Berichte über Einschüchterung
und physische Gewalt gegenüber Mitgliedern der Opposition,
ohne dass eine seriöse Untersuchung dieser Vorfälle
angeordnet worden wäre. Die Regierung überwacht des
weiteren die Presse sehr genau, auch wenn es in der Hauptstadt
Raum für freie Meinungsäusserung gibt.
Reichtum
im Machtzentrum – Armut im Lande
Die MPLA und
ihr Präsident üben die ungeteilte Kontrolle über
alle Hebel der Macht aus, und die dem hohen Erdölpreis
zuzuschreibende blendende Entwicklung der Wirtschaft behagt
natürlich der herrschenden Oligarchie (der IMF verkündete
im Mai 2006 für das laufende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes
von 26 Prozent). Die ausländischen privaten und institutionellen
Anleger drängeln ins Land, um ihren Teil am gigantischen
Kuchen zu ergattern, den der Wiederaufbau der während des
Krieges zerstörten Infrastruktur darstellt. Die Verfügbarkeit
von neuem Geld auf der Grundlage einer Verpfändung der
zukünftigen Erdölproduktion erlaubt Angola, auf Vereinbarungen
mit dem IMF zu verzichten. Auf diese Weise kommt die angolanische
Regierung darum herum, sich den Forderungen des IMF nach Transparenz
zu stellen. Damit kann sie das ausgedehnte Verteilnetz an ihre
Klientel aufrecht erhalten, auf dem ein Teil ihrer Macht beruht,
denn die ausländischen Investoren, allen voran China, stellen
an die Vergabe ihrer Anleihen keinerlei Bedingungen nach guter
Gouvernanz.
Beim Wiederaufbau
des Landes legt die Regierung nach wie vor das Gewicht auf Infrastrukturvorhaben
von pharaonischem Ausmass, die – so nützlich sie
langfristig sein mögen – zu Lasten von direkteren
Massnahmen der Armutsbekämpfung gehen. Das Land figuriert
übrigens weiterhin ganz am Ende des UNO-Indexes für
menschliche Entwicklung, und die überwältigende Mehrheit
der Bevölkerung wartet noch immer auf die Auszahlung einer
Friedensdividende. Gleichzeitig prangern mehrere Berichte die
grassierende Korruption innerhalb der regierenden Elite an (vgl.
dazu den Artikel „Keine Straffreiheit für Korruption“
in diesem Bulletin). Die Forderung nach einer gerechteren Verteilung
der Reichtümer des Landes wird sicher lauter werden. Paralell
dazu wächst für das herrschende Regime jedoch die
Notwendigkeit, kein Jota seiner Macht abzugeben. In einem solchen
Umfeld muss der soziale Frieden zerbrechlich bleiben.
Der Autor
Didier Péclard forscht seit rund zehn Jahren zu Angola
und hat kürzlich eine Dissertation zum Thema „Kolonialstaat,
christliche Mission und Nationalismus“ abgeschlossen.
Zur Zeit arbeitet er bei SwissPeace in Bern im Rahmen des NCCR
Nord-Süd (Nationales Forschungsprogramm).
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Cabinda: Frieden in Sicht?
hus. Die angolanische Regierung
und Vertreter der separatistischen FLEC, der Befreiungsfront
von Cabinda, haben ein Memorandum für Frieden und Verständigung
unterzeichnet. Cabinda ist die an der Kongo-Mündung gelegene
Enklave, die politisch zu Angola gehört. In Cabinda und
in den zu Cabinda gehörenden Küstengewässern
liegen die grossen Erdöllager, die Angola Milliardenerlöse
bringen.
In Cabinda ist seit 1974 eine militärische Bewegung aktiv,
die FLEC. Diese verfolgt das Ziel der Loslösung der Enklave
von Angola. Der militärische Kampf ist jedoch seit geraumer
Zeit zum Stillstand gekommen. Die angolanische Armee ist nach
dem Ende des Bürgerkrieges mit der Unita in Cabinda stark
vertreten und hat die Lage unter Kontrolle. Die cabindische
Befreiungsbewegung hat sich in verschiedene Splittergruppen
aufgelöst.
Die militärische Befriedung Cabindas durch die angolanische
Armee ist stets begleitet gewesen durch massive Menschenrechtsverletzungen.
Nichtregierungsorganisationen beklagten immer wieder Übergriffe
auf die Zivilbevölkerung.
Die USA, die an einer sicheren Versorgung durch Erdöl
interessiert sind, haben den Abschluss des Memorandums begrüsst.
Einzelne Fraktionen der Separatisten hingegen verurteilen es
und fühlen sich nicht daran gebunden. Ihnen geht die Anerkennung
der angolanischen Souveränität, also die Zugehörigkeit
zu Angola zu weit.
Im Memorandum wird Mitgliedern der cabindischen Separatistenbewegungen
eine Amnestie zugesagt. Deshalb wird das Memorandum nach Berichten
durch die cabindische Zivilgesellschaft weit besser aufgenommen
als etwa durch die Auslandvertretungen der Separatistenorganisationen.
Es wird erwartet, dass nun in Cabinda eine rasche militärische
Entspannung eintritt.
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Die
zivile Kollaboration Kubas in Angola 1976 -1991
Latino-afrikanische
Solidarität
Die ersten fünfzehn
Jahre des unabhängigen Angola waren von zahlreichen bewaffneten
Konflikten geprägt – und von der Präsenz einer
halben Million Kubaner, die vor allem als Militärs auf
Seiten der MPLA-Regierung kämpften, um das Land gegen die
südafrikanischen Übergriffe zu verteidigten. Der Artikel
befasst sich mit einem weniger bekannten Aspekt dieser enorm
aufwändigen Intervention eines Entwicklungslandes in Afrika,
nämlich mit der Tatsache, dass etwa ein Zehntel der KubanerInnen
als Ärzte, Lehrer, Bauarbeiter, Berater oder Techniker
in Angola im Einsatz waren. Bei Nachforschungen vor Ort trifft
die Autorin Christine Hatzky auf gemischte Gefühle und
Erinnerungen.
Der
Auslandseinsatz war hinsichtlich seines Umfangs und seiner Dauer
sowie aufgrund seiner weitgefächerten Einsatzgebiete der
grösste Kubas und stellt ein absolutes Novum in der afrikanisch-lateinamerikanischen
Geschichte dar. Bezug nehmend auf die zahllosen Afrikaner, die
bis Ende des 19. Jahrhunderts als Sklaven nach Kuba verschleppt
worden waren, definierte Fidel Castro Kuba Ende 1975 als eine
„Latino-Afrikanische Nation“ und lieferte damit
eine politische und kulturelle Begründung für den
Angola-Einsatz.
Da sich der
angolanische Unabhängigkeitskonflikt rasch als einer der
grössten Stellvertreterkriege des Kalten Krieges in Afrika
entwickelte, stand bisher vor allem der militärische Part
des kubanischen Einsatzes im Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit.
Die Arbeit der kubanischen Zivilisten wird, wenn überhaupt
– selbst in angolanischen und kubanischen Publikationen
– nur am Rande erwähnt. Dabei tragen kubanische Ärzte
in „internationalistischer Mission“, wie die Auslandseinsätze
in Kuba definiert werden, bis heute zum legendären Ruf
der Insel bei, nicht zuletzt dadurch, dass die Einsätze
überlebenswichtigen Bedürfnissen entsprechen: medizinische
Versorgung, Bildung, Bauwesen, Agrartechnik oder Tierzucht.
Die Kubaner – selbst Einwohner eines Entwicklungslandes
– sind aufgrund ihrer Lebenserfahrung oftmals besser für
diese Hilfseinsätze qualifiziert als beispielsweise Entwicklungshelfer
aus westlichen Ländern oder den ehemaligen Ostblockstaaten.
Dies darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass
der zivile Einsatz in Angola integraler Bestandteil einer politisch-militärischen
Strategie war. Trotzdem entwickelte die zivile Zusammenarbeit
in diesem Fall auf beiden Seiten eine ganz eigene Dynamik, eigene
Strukturen und Mechanismen, die eine besondere Betrachtung rechtfertigen.
Kubanische
Intervention im kritischem Zeitpunkt
Die kubanisch-angolanische
Zusammenarbeit begann im Frühjahr 1975 mit der Bitte des
damaligen angolanischen Präsidenten Agostinho Neto um finanzielle
und militärische Unterstützung der MPLA, die schon
seit den sechziger Jahren Beziehungen zu Kuba pflegte. Kurz
vor dem festgelegten Unabhängigkeitsdatum reagierten die
Kubaner mit der massiven Entsendung von Spezialtruppen, die
Sowjetunion lieferte das dafür benötigte Kriegsgerät.
Mit Hilfe der kubanischen Truppen, die die südafrikanischen
Interventionstruppen, die UNITA und die FNLA besiegten, gelang
es der MPLA, Angola in die Unabhängigkeit zu führen.
Fast gleichzeitig
trafen auch die ersten kubanischen Ärzte in Angola ein,
die die Aufgabe hatten, die Zivilbevölkerung zu betreuen
und Spitäler wiederzueröffnen. Dies war nicht nur
eine Reaktion auf die Kriegsfolgen, sondern auch auf den medizinischen
Notstand, denn ein Großteil der Bevölkerung außerhalb
der Städte hatte noch nie einen Arzt gesehen. Nach dem
Ende des sogenannten zweiten Befreiungskriegs am 27. März
1976 war die Unabhängigkeit Angolas unter der politischen
Vorherrschaft der MPLA zunächst zwar gesichert. Aber es
fehlte dem – aufgrund seiner Bodenschätze und Rohstoffvorkommen
an sich sehr reichen Land – an qualifizierten Arbeitskräften
und Know-how. Durch die überstürzte Flucht eines Grossteils
der portugiesischen Bevölkerung lag die industrielle und
landwirtschaftliche Produktion Angolas völlig darnieder,
außerdem waren über 90% der angolanischen Bevölkerung
Analphabeten. Auch ein Großteil der staatlichen Institutionen
war durch den Weggang der portugiesischen Kader lahmgelegt.
Die kubanischen Zivilisten übernahmen in den kommenden
Jahren nun teilweise die Transitionsaufgaben, die eigentlich
die ehemalige Kolonialmacht hätte leisten müssen.
Unbekannter
ziviler Einsatz
Der zivile
Einsatz Kubas entwickelte sich aus dieser Ausgangslage heraus:
Die kubanischen Truppen, grösstenteils aus Reservisten
bestehend, die eigentlich zum Abzug bereit standen, wurden im
April 1976 aufgefordert, in Angola zu bleiben und zum Wiederaufbau
des Landes mittels ihrer zivilen Berufe beizutragen. Diesem
Aufruf folgten zunächst 1000 Reservisten. In der ökonomisch
und politisch-strategisch wichtigen Enklave Cabinda hatte bereits
im Februar 1976 ein bildungspolitisches Pilotprojekt begonnen.
Ein Team von 12 kubanischen Beratern aus dem Bildungsbereich
sondierte u.a. auf regionaler Ebene die Anforderungen einer
landesweiten Alphabetisierungskampagne; die nationale Kampagne
wurde dann mit kubanischer Unterstützung Ende 1976 initiiert.
Im gleichen
Zeitraum erfuhr der zivile Einsatz auf kubanischer Seite eine
Institutionalisierung mit der Schaffung des „Consejo Estatal
de Colaboración Económica“ (CECE), der künftig
sämtliche technischen internationalistischen Auslandseinsätze
und alle ökonomischen Austauschprogramme mit dem Ausland
koordinierte. Auch in Angola wurden in den betreffenden Ministerien
Abteilungen geschaffen, um die Hilfe aus dem Ausland zu koordinieren.
Die zivile Kollaboration wurde mittels bilateraler Abkommen
konkretisiert, denen ein im Juli 1976 zwischen Kuba und Angola
unterzeichnetes Rahmenabkommen zugrunde lag. In der Regel formulierte
Angola konkrete Anforderungen über Anzahl und Qualifikation
von Fachpersonal und Kuba bemühte sich, die entsprechenden
Personen auszuwählen und für einen Zeitraum von meist
ein bis zwei Jahren zu entsenden. Die ersten grossen kubanischen
Kontingente bestanden vor allem aus Bauarbeitern, Ingenieuren
und Technikern, die in eineinhalb Jahren 23 zerstörte Brücken
Angolas wiederaufbauten. Angola leistete von Beginn an finanzielle
Entschädigung für die zivile Kollaboration Kubas.
Die Zahlungen waren allerdings Konjunkturen unterworfen und
wurden in Abhängigkeit von den finanziellen Möglichkeiten
beider Länder immer wieder neu festgelegt.
Ab Frühjahr
1978 entsandte die kubanische Regierung auf Anfrage Angolas
grosse Kontingente von Pädagogik-Studierenden, die neben
Geschichte und Geografie alle naturwissenschaftlichen Fächer
unterrichteten. Mit ihrer Hilfe sollte der akute Lehrermangel
überbrückt werden. Bis 1986 leisteten insgesamt fünf
studentische Kontingente ihren Dienst in Angola. Daneben waren
auch ausgebildete kubanische Lehrkräfte an angolanischen
Schulen, vor allem in der Sekundarstufe, in der Erwachsenenbildung
und in der Lehrerausbildung tätig. Darüber hinaus
kamen auch mehrere hundert UniversitätsprofessorInnen,
vor allem in den Naturwissenschaften, Agrartechnik und Veterinärmedizin
zum Einsatz und waren am Aufbau des angolanischen Hochschulwesens
beteiligt. Kuba entsandte auch Berater ins Erziehungsministerium,
wo in Zusammenarbeit mit angolanischen Pädagogen Lehrpläne,
Unterrichtsinhalte und pädagogische Konzepte entworfen
und erprobt wurden. Kubanische Berater waren auch an der Restrukturierung
des angolanischen Bildungswesens beteiligt, das von seinen kolonialen
Strukturen befreit und in ein modernes, auf Massenbildung ausgelegtes
Erziehungssystem umgewandelt werden sollte. Wichtiger Bestandteil
dieser Zusammenarbeit war ab 1977 auch die Ausbildung von angolanischen
Kindern und Jugendlichen auf Kuba. Auf der „Isla de la
Juventud“ wurde ein Landschul- und Internatszentrum geschaffen,
in dem Kinder und Jugendliche aus Afrika, Asien und Lateinamerika
ausgebildet wurden. Mehrere tausend angolanische SchülerInnen
und Studierende erhielten hier mittels mehrjähriger Stipendien
eine kostenlose Schul- und Hochschulausbildung.
Angola
im kubanischen Bewusstsein
Diese ungewöhnliche
Begegnung zwischen Kubanern und Angolanern hinterliess auf beiden
Seiten sehr gemischte Gefühle und Erinnerungen. Die meisten
Kubaner erlebten aufgrund der extremen sozialen Ungleichheit
und den prekären Lebensverhältnissen, die sie antrafen
– Elendsviertel, fehlende Hygiene und ärztliche Versorgung,
lebensbedrohende Krankheiten, hohe Kindersterblichkeit, Hunger
und Analphabetismus – einen kulturellen Schock. Angola
wurde zum negativen Gegenpol ihrer eigenen Gesellschaft, ihre
eigene Lebens- und Erfahrungswelt präsentierte sich ihnen
als eine überlegene Zivilisation. Wegen der grossen Dimension
des Einsatzes wurde „Angola“ zu einer kollektiven
Erfahrung der kubanischen Gesellschaft. Angola bleibt in der
Erinnerung vieler Kubaner – vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen
Krisenjahre seit Beginn der 1990er Jahre – eine äusserst
schwierige Etappe ihrer Geschichte.
Viele Angolaner
äussern sich im Nachhinein zwar positiv über den zivilen
Einsatz, vor allem im Bildungsbereich – dennoch heben
sie immer die großen sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten
und die kulturellen Unterschiede hervor. Außerdem muss
aus angolanischer Perspektive berücksichtigt werden, dass
nach dem Abzug der Kubaner aus Angola der interne Krieg um Macht
und Ressourcen mit ungeheurer Zerstörungskraft bis zum
Tod Savimbis im Jahre 2002 weiterging. Viele der Probleme im
Gesundheits- oder Bildungsbereich, die mit Hilfe der Kubaner
in Angriff genommen worden waren, stagnierten und die Erfahrung
mit den Kubanern stellt sich den Angolanern in der Retrospektive
als eine abgeschlossene Episode inmitten des Krieges dar.
Die kubanische
Präsenz in Angola endete durch den im Dezember 1988 in
New York unterzeichneten Friedensvertrag zwischen Südafrika,
der MPLA-Regierung und Kuba, der die Unabhängigkeit Namibias
an den Rückzug der kubanischen Truppen aus Angola knüpfte.
Mitte Juni 1991 kehrten die letzten Kubaner – Zivile und
Militärs – aus Angola zurück. In der Folgezeit
reduzierte sich die kubanische zivile Präsenz in Angola
auf ein Minimum.
Der Artikel
beruht auf einigen vorläufigen Ergebnissen eines laufenden
Postdoc-Projektes am Historischen Institut der Universität
Duisburg-Essen. Die Autorin Christine Hatzky führte vor
Ort Interviews mit KubanerInnen und AngolanerInnen durch.
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| Kritisierte
Schweizer Rolle im Korruptionssumpf
Keine Straffreiheit
für Korruption
Gelder
aus angolanischen Korruptionsfällen landen immer wieder
in der Schweiz. Gegenwärtig wird der Einsatz bisher blockierter
Millionen für humanitäre Projekte in Angola ausgehandelt.
Zugleich hat das Bundesgericht die Rüge gegen eine Schweizer
Bank wegen mangelnder Sorgfaltspflicht im Umgang mit angolanischen
Konten bestätigt. Die angolanische wie die schweizerische
Zivilgesellschaft kämpfen um Verbesserungen. Eine Zusammenfassung
von Stefan Howald.
Am Anfang
der dubiosen angolanischen Gelder in der Schweiz steht Angolagate,
ein weit verzweigter, internationaler Korruptionsfall, der im
Jahr 2000 in Frankreich aufflog, als Ermittlungen wegen illegalen
Waffenhandels mit Angola 1993/94 begannen und dann auch die
1996 vorgenommene Umschuldung Angolas mit Russland einbezogen
wurde. Die englische NGO Global Witness hat ausführlich
dokumentiert, wie dabei Gelder abgezweigt wurden (das Afrika-Bulletin
berichtete letztmals in Nummer 121 darüber). Rund 600 Mio.
US-Dollar tauchten auf Konten auf, die den Mittelsmännern
Pierre Falcone und Arkadi Gaydamak sowie einer Reihe obskurer
Gesellschaften gehörten, wobei Millionen auf Privatkonten
hoher angolanischer Funktionäre wie auch von Staatspräsident
José Eduardo dos Santos landeten. Falcone war im Übrigen
eine der Hauptfiguren im grossen Finanzskandal um die französische
Ölfirma Elf, in dem Leute wie der frühere französische
Innenminister Charles Pasqua und der Präsidentensohn Jean-Christophe
Mitterrand impliziert waren.
Weitere
Untersuchungen abgeblockt
Etliche der
Transaktionen von Angolagate liefen über Genfer Konten
bei der UBS, wobei der Hauptteil der Gelder in noch fernere
Steuerhäfen weiterverschoben wurde. Immerhin blockierte
ein Genfer Untersuchungsrichter im Februar 2002 wegen eines
französischen Rechtshilfebegehrens auf vier Genfer Konten
insgesamt 21 Mio. US-Dollar, die angolanischen Funktionären
gehörten. Doch Ende 2004 stoppte der Genfer Generalstaatsanwalt
Daniel Zappelli die Untersuchung. Er berief sich auf den Entscheid
einer Vorinstanz und erklärte, weil keine Klage aus Russland
oder Angola eingegangen sei, könne nicht weiter wegen Korruption
ermittelt werden. Diese Interpretation wurde und wird von Kennern
der Affäre bestritten, da in den bisherigen Untersuchungsunterlagen
klare Tatindizien zusammengestellt seien. Aktion Finanzplatz
Schweiz, Erklärung vpn Bern und Global Witness forderten
deshalb zusammen mit angolanischen NGOs die Fortführung
der Untersuchung. Tatsächlich schwelt die Affäre in
Frankreich weiter, obwohl sich Falcone mit einem angolanischen
Diplomatenpass dem Gericht in Paris entzog. Auch Gaydamak, gegen
den ein internationaler Haftbefehl aus Frankreich läuft,
setzte sich zuerst nach Israel und dann nach Russland ab und
kauft mittlerweile mit seinem beträchtlichen Vermögen
Zeitungen sowie Fussballclubs auf – probate Mittel zur
Beeinflussung der Meinungsbildung und zur Steuerminimierung.
Der Entscheid
des Genfer Generalstaatsanwalts Zappelli von Ende 2004 war allerdings
in seiner Ambivalenz nicht uninteressant. Obwohl er die Untersuchung
einstellte, gab er die blockierten Millionen nicht sofort für
die angolanischen Konteninhaber frei. Explizit erlaubte er vielmehr
den angolanischen und schweizerischen Behörden, über
Bedingungen zur Rückführung der Gelder zu verhandeln.
Implizit gab er so zu verstehen, dass er die Gelder tatsächlich
für dubios hielt. Am 1. November 2005 unterzeichneten die
Schweiz und Angola ein Abkommen zur Rückführung der
Gelder. Sie sollen von einer bilateralen Kommission für
humanitäre Projekte in Angola eingesetzt werden. Federführend
auf Schweizer Seite ist dabei die DEZA. Aktion Finanzplatz Schweiz
und Erklärung von Bern bemängelten erneut die Einstellung
des Korruptionsverfahrens und forderten den Einbezug der angolanischen
Zivilgesellschaft beim Einsatz der Gelder.
Das ist, zugegeben,
keine leichte Aufgabe. Kontinuierliche Ansprechpartner sind
schwierig zu finden. In Angola existiert nur eine schwache Zivilgesellschaft
und eine zersplitterte politische Opposition, wie der Artikel
von Didier Péclard in diesem Afrika-Bulletin belegt.
Diese Kräfte müssen sich gegen eine neoliberale Wirtschaftspolitik
mit rigider politischer Kontrolle im Dienste eines kleinen Clans
behaupten. «Futungo», der Name des Präsidentenpalastes,
dient auch zur Bezeichnung der engsten Klientel im Umkreis des
Präsidenten.
Extensive
Korruption
Tatsächlich
ist die Korruption in Angola unbestritten. Transparency International
führt das Land auf dem Korruptionsindex 2005 an 151. Stelle
von 159 Ländern. Human Rights Watch hat geschätzt,
dass allein zwischen 1997 und 2002 rund 4,2 Mrd. US-Dollar aus
Ölgeschäften abgezweigt wurden, also gleich viel,
wie für Soziales ausgegeben wurde. Für das Jahr 2002
wurde das Vermögen der 60 reichsten Bürger Angolas
auf zusammen 3,95 Mrd. US-Dollar geschätzt, was damals
rund 35 % des Bruttosozialprodukts entsprach. Die sieben reichsten
Angolaner gehörten alle der Regierung an.
Seither sind
die Ölpreise explodiert und boomt die Wirtschaft in Luanda
und in den Fördergebieten. Die Korruption hat nicht abgenommen.
Gelder zirkulieren im Dreieck zwischen dem Präsidenten,
der Ölfirma Sonangol und der Nationalbank, wobei das öffentlicher
Kontrolle zugänglichere Finanzministerium übergangen
wird. Zwar sind in den letzten Jahren einige Funktionäre
wegen Korruption verurteilt worden, aber zumeist standen dahinter
politische Abrechnungen innerhalb der Elite. Versuche, mehr
Transparenz herbeiführen, werden durch den Ölhunger
des Westens und Chinas untergraben, welche die angolanische
Regierung gegeneinander ausspielen kann. Insbesondere China
ist bereit, seine Kredite und Handelsverträge ohne lästige
Verpflichtungen auf irgendwelche Kriterien der Good Governance
abzuschliessen. Präsident Dos Santos hat riesige Gelder
vor allem in Brasilien angelegt. In Presseberichten wird er
gelegentlich als einer der zehn reichsten Männer Brasiliens
bezeichnet. Seine Fundaçao Eduardo dos Santos (FESA)
wie auch andere Stiftungen dienen wahlweise als Briefkastenfirma,
schwarzes Loch und Bestechungsinstrument. Gleichzeitig rangiert
Angola auf dem Human Development Index der UNO weiterhin sehr
weit unten, nämlich an 160. Stelle von 177 Ländern.
Die korrupten
Praktiken sind durch einen Entscheid des Bundesgerichts bestätigt
worden, das Massnahmen der Eidgenössischen Bankenkommission
(EBK) stützte. Eine auf den Bahamas angesiedelte Tochtergesellschaft
der Genfer Banque de Patrimoines Privés war von der EBK
gerügt worden, weil sie die Sorgfaltspflicht im Umgang
mit angolanischen Geldern der Regierung und von Sonangol verletzt
hatte. Die EBK hatte geurteilt, die entsprechenden Fonds seien
offenbar ohne gesetzliche Grundlage aus Erträgen von Ölgeschäften
von Offshore-Firmen gespiesen und vorab für undurchsichtige
Barzahlungen verwendet worden. Das Bundesgericht hat kürzlich
eine Beschwerde gegen die Verfügung abgewiesen, womit belegt
worden ist, dass die korrupten Mechanismen auch in jüngerer
Zeit weiter bedient worden sind.
Der Angola-Spezialist
David Sogge hat allerdings darauf hingewiesen, dass die angolanische
Korruption nicht einseitig betrachtet werden darf. «Die
Probleme von Angolas innerer Governance sind zugleich Probleme
der globalen Governance: Die beschränkte Verantwortung,
die globale Offshore-Firmen praktizieren, setzt auch den bürgerlichen
Rechten der Angolaner im Inland Grenzen.»
Bezüglich
der Verwicklung der Schweiz stellen sich drei Fragen:
-
Anstössig bleibt die Tatsache, dass ein Korruptionsfall
straffrei ausgehen soll. Ein Artikel in Le Monde, der sich
mit angolanischen und kasachischen Geldern in der Schweiz
beschäftigt, hat kürzlich gefolgert: «Die
Moral des Systems lautet: Kommt mit euren Geldern weiter
zu uns, und wenn ihr auffliegt, so riskiert ihr im schlimmsten
Fall, dass ihr Gelder an humanitäre Projekte bezahlen
müsst.» Tatsächlich bleiben trotz des formal
verbesserten Instrumentariums der Schweiz zur Bekämpfung
von illegalen Geldern Lücken bei der Umsetzung. Selbst
Vertreter der Bundesbehörden räumen informell
ein, dass die Schweiz bei der Rückführung entsprechender
Gelder erfolgreicher ist als bei der Strafverfolgung. Aktion
Finanzplatz Schweiz und Erklärung von Bern überprüfen
deshalb die Möglichkeit, bei der OECD eine Beschwerde
gegen die Schweiz wegen Nichterfüllung ihrer Pflicht
zur Korruptionsbekämpfung einzureichen, um so eine
neue Untersuchung in dem Korruptionsfall zu veranlassen.
- Die
Schweizer Verschwiegenheit erschwert eine öffentliche
Auseinandersetzung und die Beteiligung der Zivilgesellschaft.
Auf ihre Briefe an den Genfer Generalstaatsanwalt haben
Aktion Finanzplatz Schweiz, Erklärung von Bern und
Global Witness keine Antwort erhalten. Föderalistische
Strukturen und politische Rücksichtnahmen sowie ein
extensiv ausgelegtes Untersuchungsgeheimnis behindern eine
demokratische Lösung.
- Die
Rückführung der blockierten Gelder erfolgt innerhalb
enger Grenzen. Zwar ist eine gemeinsame bilaterale Entscheidung
und Kontrolle der zu finanzierenden Projekte vorgesehen.
Die DEZA verfügt mit ihrem bisherigen Angola-Programm
und dem Büro in Luanda durchaus über entsprechende
Kompetenzen. Und die Freigabe der Gelder geschieht letztlich
in Bern. Die bisher geplanten Projekte im Bereich der Minenräumung
und der Lehrlingsausbildung machen an sich Sinn. Dennoch
besteht gerade bei der Minenräumung die Gefahr der
politischen Instrumentalisierung. Zudem zeigt die DEZA eine
Tendenz, sich als alleinige Sachwalterin der Zivilgesellschaft
zu präsentieren. Um den Einbezug ziviler Organisationen
in Angola zu garantieren, haben Aktion Finanzplatz Schweiz
und Erklärung von Bern deshalb bei der DEZA um Gespräche
nachgesucht. Dass dies schwierig ist, entbindet nicht von
der Aufgabe, für einen wirklich demokratischen und
transparenten Einsatz der Gelder zu sorgen.
Stefan
Howald ist Mitarbeiter der Aktion Finanzplatz Schweiz und Redaktor
der Finanzplatz Nachrichten. Weitre Informationen unter: www.aktionfinanzplatz.ch.
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Hip-Hop
für Demokratie
Interview mit »MCK«
Der angolanische Hip-Hopper
»MCK« behandelt in seinen Liedern die politische
und soziale Situation in Angola. Er hat in Angola mehrere CDs
veröffentlicht. "medico intrnational" führte
via Email ein Interview mit ihm.
Was war Deine Motivation, Musiker zu
werden und wann hast Du angefangen, Musik zu machen?
Bevor
ich mich ganz der Musik gewidmet habe, machte ich Breakdance,
das Tanzelement im Hip-Hop – ohne dass mir wirklich bewusst
war, was ich tat. Ich fand es einfach toll, wie sich andere
bewegten und wollte auch tanzen. Anfangs bin ich einfach Trends
hinterhergelaufen und habe kopiert, was amerikanische Künstler
gemacht haben. Aber das ist ziemlich lange her. Inzwischen bin
ich zu einer eigenständigen Persönlichkeit herangewachsen
und das gleiche gilt für meine Musik. 1996 haben meine
Freunde und ich einen autodidaktischen Bildungs-Marathon gestartet.
Wir haben massenweise Bücher der unterschiedlichsten Art
gelesen, grösstenteils afrikanische Schriftsteller der
1960 er Jahre. Es ging um Afrikanismus und darum, was es bedeutet,
schwarz zu sein. Wir entwickelten mehr und mehr das Bedürfnis,
unsere kulturellen Werte wieder zu finden und gesellschaftliche
Missstände zu bekämpfen. Und so fing ich an, Musik
als Medium zu sehen, um Leute aufzurütteln und zum Nachdenken
zu bringen.
Viele
AngolanerInnen mögen deine Musik. Wen spricht Deine Musik
an?
Meine Musik
richtet sich nicht an ein bestimmtes Publikum. Sie wird momentan
von allen gehört, sowohl von den Jungen als auch von den
Älteren. Einer meiner Songs wurde zum Beispiel als Slogan
von Studenten benutzt, ein anderer erschien in einer Lokalzeitung.
Es gibt eine Menge Wirbel um meine Musik, aber natürlich
hauptsächlich wegen der Geschichte von dem Jungen, der
erschossen wurde. (2003 ermordete einer der Bodyguards des angolanischen
Präsidenten dos Santos einen jungen Autowascher, der einen
Song von MCK summte. Der Getötete wurde in Luanda zum Symbol
für die anhaltende Ungerechtigkeit im Land, MCK unterstützt
seither seine Familie; Anmerkung der Redaktion). Weil meine
Lieder Teil der angolanischen Wirklichkeit sind, fühlen
sich viele Menschen davon angesprochen und können verstehen
was ich sage.
In einigen
Songs werden heikle Themen angesprochen, wie zum Beispiel Korruption.
Gibt es eine Grundaussage in all deinen Songs?
Mein grösstes
Anliegen ist, die Wirklichkeit durch Kunst zu beeinflussen –
indem ich über unser Land spreche, über unser Volk.
Ganz spezielle Dinge, die symptomatisch für unsere Lebenswelt
sind, für unsere Sehnsüchte, Leidenschaften und Bedürfnisse,
unsere Freude und Trauer. Generell benutze ich Reime und Verse,
um damit Momentaufnahmen des angolanischen Alltags zu zeigen.
Sie sind ein Appell an das Bewusstsein; die Menschen sollen
darüber nachdenken, wie schwierig das Leben für jeden
von uns ist. Schwierig wegen der Menschenrechtsverletzungen,
wegen des Machtmissbrauchs, wegen der Arbeitslosigkeit und der
daraus folgenden miserablen Lebensqualität, wegen der Unfähigkeit
der Regierung und der Korruption, die in Angola schamlos zur
Schau gestellt wird: In Angola nutzen die oberen Zehntausend
ihre Macht, um sich am Rohstoffhandel zu bereichern und lassen
dabei die Mehrheit der Bevölkerung verarmen.
Kann
Musik wirklich etwas verändern?
Ja, da bin
ich mir absolut sicher. Gesellschaftliche Beiträge kommen
nicht nur von Politikern. Kunst ist eine Form einzugreifen und
kann das Bewusstsein überall auf der Welt verändern.
Kunst überwindet die Schranke zwischen den Kulturen, denn
jeder Song, jedes Bild und jedes Gedicht ist mit Gefühlen,
Idealen und Gedanken aufgeladen, die nach Veränderungen
schreien – ganz gleich, um welche Gesellschaft es sich
handelt. Meine Musik ist der beste Beweis dafür, denn ich
werde nicht nur als Musiker wahrgenommen, sondern repräsentiere
für viele Angolas Demokratie. In ihren Augen stehe ich
für den Mut und den Willen, Forderungen zu stellen und
eine kritische Sicht einzunehmen. Sie sehen mich auf ihrer Seite,
wenn es um die gerechte Verteilung von Leistungen geht, die
uns allen zusteht. All das hat viele Dinge verändert, vor
allem in den Köpfen. Ich bin mir bewusst, dass Veränderungen
nicht über Nacht passieren. Wie alles Grosse brauchen sie
eine lange Zeit.
Was
sind deine Wünsche für deine Zukunft und die deines
Landes?
Mein grösster
Wunsch ist, dass wir die Würde zurückbekommen, die
uns vor über 500 Jahren geraubt wurde. Es geht darum, Angolas
geistiges Leben wieder zu beleben und dieses Land zu einem Ort
zu machen, an dem man gerne sein möchte. Ein Ort mit einer
besseren Lebensqualität, wo die Menschen ihre Träume
verwirklichen können, ohne unterdrückt oder verachtet
zu werden. Ein Ort an dem sie darauf vertrauen können,
dass die Machthaber Dinge im positiven Sinne vorantreiben. Ich
wünsche mir, dass sich die Menschen in einem System sozialer
Gerechtigkeit gut aufgehoben fühlen, im Leben generell.
Und ich möchte diesen unerträglichen Zustand von Armut,
Hoffnungslosigkeit und Krieg ungeschehen machen, der alles ist,
was mein Land uns und der Welt da draussen bis jetzt zu bieten
hatte.
Das Interview
wurde in der Broschüre "Der Stoff, aus dem die Kriege
sind - Rohstoffe und Konflikte in Afrika" von medico international
übernommen (www.medico.de).
Übersetzung aus dem Englischen: Andrea Frey. |
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| Afrika
in Kürze
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Südafrika
Boomende Automobilproduktion
Südafrika ist einer der
wenigen Hersteller von Automobilen in Afrika. Produziert wird
nicht nur für den einheimischen Markt, sondern es wird
auch in die nördlichen Nachbarländer exportiert. 2005
stiegen die Exporte der wichtigsten Automobilproduzenten wie
VW, Mercedes, Toyota und Ford um 57 Prozent (von 24'400 auf
38'500 Fahrzeugen). Das Schwergewicht liegt bei Geschäftswagen.
2005 wurden 1000 neue Stellen in der Automobilproduktion geschaffen.
Soweto-Tourismus zieht
an
Nach Kapstadt und dem Krüger-Nationalpark
ist Soweto zur drittwichtigsten Tourismusdestination Südafrikas
geworden. Das 900’000-Personen-Township ist als Symbol
des nationalen Befreiungskampfes zum Magnet für südafrikanische
und internationale Touristen geworden. Etwa 250'000 Personen
haben in den letzten Jahren Soweto besucht. Mit speziellen Kampagnen
versucht die „Johannesburg Tourism Company“ mehr
Leute nach Soweto zu bringen, so nach dem Motto “Enjoy
another Day in Jo’burg“, denn Touristen bleiben
durchschnittlich nur drei Tage in der Wirtschaftsmetropole.
In Soweto ist u.a. von besonderem Interesse das Hector Peterson
Memorial Museum zur Geschichte des Soweto-Aufstandes von 1976.
Jetzt wird der Ausbau der touristischen Infrastruktur stark
vorangetrieben. Auf die Fussball-WM 2010 wird ein weiteres starkes
Wachstum des Tourismus erwartet.
Links:
- www.suntimes.co.za:
Sunday Times
- www.citizen.co.za:
The Citizen
- www.iol.co.za:
Cape Times, Pretoria News, Saturday Star, The Star, The Argus,
The Daily News, Business Report, The Mercury Cape Times, Sunday
Tribune, Sunday Independent
- www.news24.com:
Beeld, Die Burger, Volksblad, Natal Witness, Rapport, City
Press
- www.sabcnews.com:
SABC News
- www.bday.co.za:
Business Day
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Angola
Diamantenproduktion
2005 sind in Angola 6,7 Mio.
Karat Diamanten geschürft worden mit einem Handelswert
von über 1 Milliarde US$. Damit wurde ein neuer Höhepunkt
erreicht. Angola liegt weltweit in der Diamantenproduktion an
dritter Stelle hinter Botswana und der DR Kongo. Ebenfalls ist
im Land eine erste angolanische Diamantenschleiferei eröffnet
worden. Die Produktion und Vermarktung liegt in den Händen
israelischer, brasilianischer, britischer und portugiesischer
Firmen. Doch die Kehrseite: Im Diamantenabbau arbeiten rund
300'000 illegale Schürfer, oft für ein Taschengeld
und ohne Arbeitsschutz. Und über die Kriterien für
die Vergabe von Konzessionen und die Verwendung der Einnahmen
aus Konzessionen und Handel legt die angolanische Regierung
keine Rechenschaft ab. Was heisst, dass die Erträge in
die Taschen der Nomenklatura fliessen, gleich wie beim Erdöl…
Mit Beginn der Trockenzeit
wird ein Rückgang der grassierenden Cholera festgestellt.
Im ersten Halbjahr 2006 wurden 41 000 Cholerafälle registriert,
davon endeten 1500 tödlich. Die Krankheit war im Februar
im Armenquartier Boa Vista in Luanda ausgebrochen und verbreitete
sich rasch über die ganze Stadt. Nach Angaben der WHO waren
schliesslich 13 der 18 Provinzen von Cholera betroffen. Die
Verbreitung geschah, indem verschmutztes Wasser aufgrund starker
Niederschläge nicht abfloss. Kritisiert wird das Verhalten
der Regierung. Ein Vertreter von Médecins sans Frontières
stellt fest, dass die Regierung über ausreichend Mittel
verfüge, die Krankheit zu bekämpfen. Sie hätte
viel früher reagieren und die betroffenen Gebiete mit sauberem
Trinkwasser versorgen müssen. Die Regierung habe durch
ihr Untätigsein praktisch erlaubt, dass sich die Cholera
ausbreiten könne. Einheimische Nichtregierungsorganisationen
werfen der Regierung Heuchelei vor, indem sie einerseits das
hohe Wirtschaftswachstum Angolas rühme, aber nichts gegen
die Krankheit unternommen und lediglich an die Hilfsbereitschaft
der Geberländer appelliert habe. Es wird kritisiert, dass
– siehe auch die oben stehende Kurzmeldung – das
Geld in die Taschen der Reichen fliesse und nichts übrig
bleibt für die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, ja
nicht einmal für eine geordnete Müllabfuhr.
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Guinea-Bissau
Dominante Cashew-Nüsse
Der von Krisen geschüttelte
westafrikanische Kleinstaat lebt vom Anbau von Cashew-Nüssen.
Diese wurden in der Zeit des portugiesischen Kolonialismus von
Südamerika eingeführt und erlebten in den letzten
Dekaden einen rasanten Aufstieg. Heute ist Guinea-Bissau nach
Moçambique – wo ebenfalls die Portugiesen die Nüsse
einführten – der zweitgrösste Cashew-Produzent
in Afrika und der fünftgrösste überhaupt. 90
Prozent der Einnahmen von Guinea-Bissau stammen aus dem Anbau
der Nüsse. Allerdings werden auf dem Weltmarkt sehr tiefe
Preise für unverarbeitete Nüsse bezahlt, weshalb Projekte
für eine Verarbeitung im eigenen Land bestehen. Mit dem
Aufstieg der Cashew-Produktion ging der Niedergang des Reisanbaus
einher. Heute hat das Land ein Defizit an Reis und muss diesen
importieren.
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China-Afrika
Boom und Gefahren
Chinas Handelsexporte nach
Afrika nehmen gigantische Ausmasse an (siehe dazu den Schwerpunkt
im Afrika-Bulletin 122; Jan.-Feb. 2006). Die Tendenz hält
an. Nun meldet Tanzania, dass der China-Handel im letzten Jahr
um 70 Prozent zugenommen habe. Die chinesischen Exporte nach
Tanzania haben im gleichen Jahr um 150 Prozent zugelegt.
Im Juni gab die grösste chinesische Raffinerie Sinopec
bekannt, sie habe Anteile an einem Ölfeld in Angola gekauft,
dessen Reserven auf 3,2 Mio. Barrel geschätzt werden. Sinopec
will die eigene Produktion um 100 000 Barrel pro Tag erhöhen.
Damit hat Angola Saudiarabien als grössten Erdöllieferanten
Chinas abgelöst.
In Südafrika wächst
das kritische Bewusstsein ob der Zunahme des chinesischen Einflusses.
So hat Präsident Mbeki Befürchtungen geäussert,
dass die Billigprodukte aus China die fragilen afrikanischen
Industriebetriebe in Bedrängnis bringen können. Der
südafrikanische Gewerkschaftsdachverband Cosatu schätzt,
dass seit 2001 800 Fabriken schliessen mussten und aufgrund
der Billigimporte aus China 60'000 Arbeitsplätze verloren
gingen.
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Mozambique
Hoffnungen geplatzt
Vor zwei, drei Jahren wanderten
zahlreiche enteignete Farmer von Zimbabwe nach Mozambique aus
und siedelten sich im Beira-Korridor an. Sie erhielten von der
Regierung grosse Ländereien als Pachtland zur Benutzung
und von internationalen Konzernen auch Kapitalhilfen. Mehrere
Tausend afrikanische Arbeiter wurden unter Vertrag genommen.
Doch heute herrscht Ernüchterung: Die landwirtschaftlichen
Produkte und Anbaumethoden, welche die Farmer in Zimbabwe hatten,
lassen sich nicht auf Mozambique übertragen. Die Länderein
in der Manica-Provinz liegen etwa 700 Meter tiefer als in Zimbabwe
und es ist dort 2 bis 3 Grad wärmer. Was in Zimbabwe gut
wuchs, wächst unter diesen veränderten Bedingungen
nicht gleich. Das betrifft vor allem den Tabak und die Rosen,
beides aus Zimbabwe „exportierte“ Produkte, für
die auf dem Weltmarkt Abnehmer bestanden.
Zudem zeigte sich, dass den Farmern in Zimbabwe ein starkes
Netzwerk in der landwirtschaftlichen Beratung zur Verfügung
stand. Nicht so in Mozambique. Zudem besteht in Mozambique kein
Finanz- und Kreditsystem, so wie es ehemals in Zimbabwe bestand.
Und mit den mässigen oder enttäuschenden landwirtschaftlichen
Resultaten sind auch die Startkredite der internationalen Abnehmer,
beispielsweise der Tabakfirmen, erschöpft. Zahlreiche Farmen
haben deshalb ihr Engagement reduziert und Beschäftigte
entlassen.
Boden wird nicht privatisiert
Die mozambiquanische Regierung
beabsichtigt nicht, den im Zeitpunkt der Unabhängigkeit
(1975) verstaatlichten Boden wieder zu privatisieren. Eine Privatisierung
könne weder die Probleme in der Landwirtschaft noch beim
Wohnungsbau lösen, wird geltend gemacht. Land kann werder
gekauft noch verkauft werden. Das Recht auf die Bodennutzung
wird durch langjährige Pachtverträge gewährt.
Die staatliche Kontrolle über die Bodenvergabe wird durch
Organisationen der Zivilgesellschaft überwacht. Bei einer
Privatisierung wird (wohl zu recht) befürchtet, dass der
Landbesitz rasch auf einige wenige sehr Reiche konzentriert
wird. Landbesitz von Kleinbauern könnte durch wirtschaftlichen
Druck und finanzielle Verlockungen weiter verkaft werden. Dabei
wird auf die Erfahrungen in Nachbarländern verwiesen.
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Namibia
Bahnprojekte werde realisiert
Der Ausbau der Infrastruktur,
namentlich Strassen und Bahn, sind oftmals Voraussetzungen für
eine weitere regionale und ländliche Entwicklung. Namibia
macht Ernst: Die Verlängerung der Bahnlinie über den
Bergbauort Tsumeb an die angolanische Südgrenze kommt voran.
Die Bahnlinie ist bereits bis Ondangwa fertig gestellt. Nun
wird mit dem Bau die Linie bis zur Grenze begonnen, als nächstes
soll Oshikango erreicht werden. Die Absicht ist, Schwertransporte
wie Erz und Zement vorrangig mit der Bahn zu befördern
und damit beizutragen, dass die Strassenschäden durch Schwertransporte
verringert werden. Die Bahnstrecke von Lüderitz bis Aus
wird modernisiert. Über sie erfolgt der Abtransport von
Zink und Kupfer von den Minen Rosh Pinah und Skorpion.
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Kapitalvernichtung durch Währungsreform
Zimbabwes Dauerkrise
Der Zimbabwe-Dollar wurde im August gegenüber
dem US-Dollar um 60 Prozent abgewertet. Von der alten Zimbabwe-Währung
wurden drei Nullen gestrichen. Ein US-Dollar kostet neu offiziell
250 Zim-Dollar. Im Januar war der offizielle Wechselkurs noch
ein US-Dollar für 99 200 Zim-Dollar. Auf dem Schwarzmarkt
erhielt man aber für einen US-Dollar 140'000 Zim-Dollar.
Für den Umtausch der alten Noten gab es grosse Restriktionen.
So betrug die Umtauschzeit nur drei Wochen, und pro Woche konnten
Private nur 100 Mio. Zim-Dollar umtauschen, Firmen nur 5 Mrd.
Bei grösseren Beträgen musste die Herkunft nachgewiesen
werden. Gertrud Baud fasst die jüngste Entwicklung zusammen.
Weil viel Bargeld zu Hause aufbewahrt wurde
und nicht auf der Bank – vor allem auch auf dem Lande
– setzte nach Bekanntwerden der Währungsreform ein
wahrer Run auf alle Produkte an, Nahrungsmittel, Saatgut, Dünger
und Maschinen wurden gekauft. Die Verknappung der Güter
bewirkte einen Teuerungsschub. Längst nicht Alle konnten
mit ihren alten Banknoten rechtzeitig sinnvolle Güter kaufen
oder alle Noten umtauschen, sie haben ihr Geld verloren. Obwohl
die Abwertung schon seit langem gefordert wurde, bezweifeln
Fachleute, dass sie ihr Ziel, die Senkung der Teuerung (diese
betrug im Juni 1185%) und die Eindämmung des Schwarzmarktkurses,
erreicht.
Wirtschaft schrumpft weiter
Die Wirtschaftslage verschlechterte sich weiter
dramatisch, die Wirtschaft schrumpft, die Produktion nimmt laufend
ab. Die Goldproduktion sank in den letzten drei Jahren um 50
Prozent. Führungskräfte der Armee haben in letzter
Zeit Einsitz in die obersten Organe der zivilen Verwaltung genommen,
beispielsweise bei der Reserve Bank und beim Grain Marketing
Board. Noch unklar ist die Bedeutung dieser Entwicklung: Will
sich Präsident Mugabe damit den Machterhalt sichern? Will
sich die Armee damit nur Geld und Nahrung sichern? Oder ist
dies ein schleichender Militärputsch?
Im Mai vor einem Jahr begann die Regierung
mit der Vertreibung von 700'000 Menschen von ihren Wohn- und
Arbeitsorten, mit der Begründung, die Häuser seien
ohne Bewilligung und schlecht gebaut worden und deshalb gesundheitsschädlich.
Obwohl neben der Afrikanischen Union mehr als 200 NGOs in der
ganzen Welt, darunter auch die Vereinigung Schweiz-Zimbabwe,
gegen die Vertreibungsaktion protestiert hatten, führte
die zimbabwische Regierung ihre Aktion weiter. Zum Jahrestag
der Vertreibungsaktion haben die Kirchen Zimbabwes im Mai zu
einem Gedenktag aufgerufen.
Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Vertriebenen
sind heute viel schlechter als vor einem Jahr – obwohl
die Regierung behauptete, die Vertreibungsaktion diene der Verbesserung
der Lebensbedingungen! Viele Vertriebene haben noch keinen neuen
Wohn- oder Arbeitsort gefunden. Sie leben bei Verwandten oder
Bekannten oder in Behelfsunterkünften – auf jeden
Fall viel schlechter, als am alten, zerstörten Ort. In
die nun zerstörten Läden oder Werkstätten wurden
alle vorhandenen Ersparnisse gesteckt, es ist kein Geld mehr
für einen Neuaufbau vorhanden. Erste Schätzungen gehen
davon aus, dass durch die Vertreibungsaktion ein Verlust an
Eigentum und Verdienst von mindestens 35 Mio. Pfund Sterling
entstand. Die Regierung geht weiterhin gegen StrassenhändlerInnen
und Strassenkinder vor. Im November wurden 15'000 StrassenhändlerInnen
verhaftet und in neu eröffnete Camps ohne Infrastruktur
verbracht. Strassenkinder werden verhaftet und an unbekannte
Orte verbracht.
In den letzten fünf Jahren ging die Regierung
mit neuen Gesetzen gegen die Meinungsfreiheit vor. Seit 2001
wurden 6 unabhängige Medienhäuser geschlossen, unzählige
JournalistInnen wegen missliebiger Artikel verhaftet und einige
auch gefoltert. Die Repression gegen die Medien scheint langsam
Früchte zu tragen. Berichte über die desolate Lage
in Zimbabwe, über die Vertreibungsaktion oder über
die Demonstrationen gegen die Regierungspolitik dringen kaum
oder nur spät ins Ausland.
Hungerhilfe notwendig
Obwohl im November und Dezember ausreichend
Regen fiel, wird vorausgesagt, dass nur die Hälfte der
benötigten Menge Mais geerntet werden kann. Denn zur Saatzeit
fehlten Saatgut, Dünger, Benzin und Finanzen, weshalb viele
BäuerInnen zu wenig aussäen konnten. Wie immer in
den letzten drei Jahren beschönigte das Landwirtschaftsministerium
zwar die Lage und behauptete, es gebe eine ausreichende Ernte.
Das wurde auch letztes Jahr behauptet – heute hungert
aber ein Teil der Bevölkerung. So hat die Fehl- und Unterernährung
von Kindern zugenommen. In Epworth, einem Vorort von Harare,
werden jede Woche 500 Fälle von schwerer Unterernährung
gezählt. Wegen der schlechten Lebensbedingungen ist die
Lebenserwartung der Frauen in den letzten 10 Jahren von 56 auf
34 Jahre gesunken. Dazu beigetragen hat auch die hohe HIV-Infektionsrate
von 25,7 %. Viele ZimbabwerInnen können heute nur noch
dank der Geldüberweisungen der Verwandten überleben,
die in der Emigration leben und arbeiten.
Die Repression ist gross und immer wieder gibt
es Berichte über schwere Misshandlungen von Oppositionellen.
Aber trotzdem gibt es nach wie vor Oppositionsparteien und verschiedene
Gruppen der Zivilgesellschaft, die mit gewaltfreien Aktionen
die Regierung zum Rücktritt zwingen wollen. Die Oppositionspartei
MDC spaltete sich allerdings im November in zwei Fraktionen.
Beide Fraktionen wollen aber in einer breiten Vereinigung für
die Präsidentschaftswahlen 2008 zusammenarbeiten.
Einer
der pointiertesten Kritiker der Regierung ist der katholische
Erzbischof von Bulawayo, Ncube. Er musste schon mehrmals untertauchen,
weil er Todesdrohungen erhielt. Trotz grosser Repression werden
auch immer wieder Demonstrationen gegen die Verschlechterung
der Lebensbedingungen und die Verletzung von Menschenrechten
von diversen NGO’s organisiert. So riefen im November
der Gewerkschaftsdachverband und Menschenrechtsgruppen zu einer
Demonstration auf, im Dezember letzten Jahres, im Februar und
Mai die Frauengruppe Woza, im Mai demonstrierten JournalistInnen
für Pressefreiheit, und ebenfalls im Mai riefen die Gewerkschaften,
Menschenrechtsgruppen, die MDC und die National Constitutional
Assembly zu einer Demonstration auf, an der es zu 100 Verhaftungen
kam. Für die Verhafteten wird jeweils eine Verteidigung
organisiert. |
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Buchbesprechungen
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Wirtschaftsbeziehungen Schweiz-Südafrika
hus. Wie waren
die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika
in den Jahren der Apartheid? Welche Rolle spielten die Banken?
Bestanden ausgesprochen enge Beziehungen zwischen schweizerischen
und südafrikanischen Führungskräften? Und war
die offizielle Schweizer Politik von den internationalen Sanktionen
beeinflusst?
Zahlreiche
Fragen liegen dem Teilbericht zu den Wirtschaftsbeziehungen
der Schweiz mit Südafrika zur Apartheid, der Gegenstand
des Nationalfonds-Forschungsprogrammes NFP 41+ ist, zu Grunde.
Die Forscher Bott, Guex und Etemad legen nun eine über
400 Seiten starke Publikation auf. Diese gliedert sich in die
drei Zeitabschnitte 1945-61, in dem der Auf- und Ausbau der
Wirtschaftsbeziehungen dominiert, dann 1961-68, in welchen Jahren
die ersten internationalen Reaktionen auf die steigende Repression
in Südafrika und die Weigerung der Schweiz, sich Wirtschaftssanktionen
anzuschliessen, fallen, und schliesslich die Periode 1968-90,
die durch die rascher drehende Spirale der Repression, internationalem
Druck und schweizerischer Finanzunterstützung gekennzeichnet
ist.
Für jede
dieser drei Epochen wird anhand von zahlreichen Beispielen das
Verhalten der schweizerischen Regierung und der wichtigsten
schweizerischen Firmen aufgezeigt. Wirtschaftsinteressen und
Pragmatismus haben, so der Schluss der Forschenden, zu jedem
Zeitpunkt die Beziehungen beherrscht.
Sandra
Bott, Sébastien Guex, Bouda Etemad, Le Relations économiques
entre la Suisse et l’Afrique du sud durant l’Apartheid
(1945-1990), Lausanne 2005 (Editions Antipodes)
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Passagen durch Westafrika
hus. Der portugiesische
Autor Pedro Rosa Mendes hat in Westafrika rund 30 Geschichten
aufgezeichnet. Allen ist gemeinsam: Sie handeln von Krieg, Befreiungskampf
wie auch Bürgerkrieg. Er geht unter die Oberfläche
der Kriege, berichtet über Kriegsakteure, -profiteure und
–opfer. Er zeigt damit mehr auf, als dass durch die Tagesaktualität
vermittelt wird. Begleitet wird der Band von einem 32-seitigen
Fototeil, in welchem die oftmals bedrückende Wirklichkeit
eingefangen wird.
Pedro Rosa
Mendes und Wolf Böwig, Schwarz.Licht, Passagen durch Westafrika,
Frankfurt 2006 (Brades & Apsel)
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Von der Kunst, Länder und Menschen zu denken
hus. Georg
Brunold, ehemals NZZ-Korrespondent in Afrika und späterer
Redaktor bei „du“, schätzen wir seit seiner
1994 erschienenen Sammlung von Reportagen „Afrika gibt
es nicht – Korrespondenzen aus drei Dutzend Ländern“.
Nun erscheint eine neue Sammlung von Reportagen, darunter sieben
wieder aus Afrika (von 25).
In den vergangenen zehn Jahren war Brunold auf allen Kontinenten
unterwegs: im Fernen Osten wie im Vorderen Asien, in Amerika,
in Arabien und immer wieder in Afrika, aber auch in Kalabrien,
in der Moldau und im Emmental, auf Neuseeland und in der Karibik.
Brunold taucht ein in das Alttagsleben des besuchten Landes,
verspinnt die Fäden der Geschichte, der Gegenwart und des
Einzelschicksals zu spannenden Reportagen. Er schafft dadurch
Zugang zum Verständnis fremder Kulturen.
Georg Brunold,
Ein Haus bauen - Besuche auf fünf Kontinenten, Frankfurt/Main
2006 (Eichborn)
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Männergewalt in Südafrika
bm. Ausgehend
von der Tatsache, dass Südafrika weltweit die höchste
Vergewaltigungsrate aufweist und auch im Bereich der häuslichen
Gewalt an der Spitze liegt, untersucht die Autorin das Verhältnis
von gesetzlichen Grundlagen und Rechtsrealität und unterbreitet
– aus der Perspektive einer aussenstehenden Wissenschafterin
- Vorschläge zur Verbesserung der Situation. Die analytisch
fundierte ethnologische Studie bietet darüber hinaus einen
umfassenden interdisziplinären Überblick, dies nicht
zuletzt aufgrund einer 150 Seiten umfassenden Literaturliste,
und bietet eine Fülle von Detailinformationen. Einziges
unerfülltes Desiderat ist die quellenkritische Hinterfragung
des verwendeten Zahlenmaterials (z.B. des Berichtes von Human
Rights Watch 1995 und 1997).
Auch wenn
die Zahlen im Einzelfall möglicherweise nach unten korrigiert
werden müssen, bleibt die erschreckend hohe Gewalt gegen
Mädchen und Frauen unbestritten. Geschlechtspezifische
Gewalt wird als zentrales Strukturproblem der südafrikanischen
Gesellschaft identifiziert; dies obwohl das Land über eine
egalitäre Verfassung und Gesetze verfügt, welche die
Rechte von Frauen vorbildlich schützen. Auf der Ebene der
Ausführungsbestimmungen und vor allem von Verwaltung und
Polizei zeigt sich hingegen ein anderes Bild.
Schäfer
kritisiert die Tendenz der Frauenrechtsorganisationen, die Ursachen
dafür ausschliesslich und wie früher in der Apartheid
und im Rassismus fest zu machen. Dadurch würden die verschiedenen
Kontexte (innerhalb der südafrikanischen Bevölkerungsgruppen)
vernachlässigt. Ausserdem hätten die Frauenrechtsgruppen
Bisshemmungen gegenüber der Regierung und sähen die
Gewalt gegen Frauen als gemeinsames Problem aller Frauen, während
es in Wirklichkeit in erster Linie Frauen mit afrikanischem
und Coloured Hintergrund betreffe.
Für
die Autorin sind Vergewaltigungen und Gewalt gegen Frauen Machthandlungen,
die einen feindseligen Angriff auf die Persönlichkeit der
Frauen darstellen, mit denen Männer auf eine Krise der
Maskulinität antworten. Dies ist besonders gravierend,
weil der Faktor Aids eine zusätzliche Gefährdung bedeutet,
Massenvergewaltigungen durch Gangs weit verbreitet sind und
Mädchen und junge Frauen auch in Ausbildungsstätten
keinesfalls vor Übergriffen geschützt sind.
Physische
Gewalt, die während der Kolonialzeit und der Apartheid
das Vorgehen der weissen Machthaber prägte, wurde im Befreiungskampf
zum legitimen Mittel der Interessensdurchsetzung und avancierte
zum wesentlichen Merkmal von Männlichkeit, dies in einer
Situation, die jungen Männern Selbstbehauptung durch Arbeit
und soziale Anerkennung weitgehend vorenthält. Beanstandet
wird, dass Gewalt gegen Frauen weder von den zuständigen
staatlichen Institutionen noch durch soziale Sanktionsmechanismen
angemessen geahndet wird. Die betroffenen Frauen sehen im Schweigen
immer noch den besten Schutz – sie dürften durch
Fälle wie den skandalösen Vergewaltigungsprozess gegen
den südafrikanischen Vizepräsidenten Jacob Zuma in
dieser Haltung bestärkt worden sein.
Rita Schäfer,
Im Schatten der Apartheid, Frauen-Rechtsorganisationen und geschlechtsspezifische
Gewalt in Südafrika, Münster 2005 (LIT Verlag)
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Heimkehr nach Somalia
bfr. Zwanzig Jahre hat der in Somalia geborene Jeebleh in New
York im Exil gelebt. Jetzt, nach dem Tod seiner Mutter, kehrt
er in seine Heimat zurück. Er möchte die Schulden
seiner Mutter begleichen, ihr Grab besuchen und „Frieden
mit ihrem Geist“ schliessen. Bei seiner Ankunft in Mogadischu
findet er eine vom Bürgerkrieg zerrüttete und korrumpierte
Stadt vor. In der Welt, die einst sein Zuhause war, findet er
sich nicht mehr zurecht. Die einstmals schöne Stadt ist
verwüstet durch den Krieg, und die Armut ist allgegenwärtig.
Banden der sich bekämpfenden Warlords ziehen durch die
Stadt und erschiessen, wer ihnen nicht passt.
Aber nicht nur Somalia ist anders als früher, auch Jeebleh
hat sich verändert. Er ist in den Augen seiner Familie
und Freunde nicht länger „einer von ihnen“.
Nur sein ältester Freund Bile, der mit ihm zusammen in
Haft war und heute eine Klinik und ein Asylheim leitet, steht
ihm noch nahe, weil auch er noch immer an die Gewaltlosigkeit
glaubt.Biles kleine Nichte und ihre Freundin sind entführt
worden und Jeebleh ist entschlossen seinem Freund zu helfen.
Er will das Mädchen finden.
Farah gelingt es, die schwierige Thematik in seiner Heimat auf
spannende Weise darzustellen.
Nuruddin
Farah, Links, Frankfurt 2005 (Suhrkamp Verlag)
...........................................
Andere Welten
bfr. Heloise,
die Tochter einer Französin und eines Afrikaners, macht
sich auf, ihren unbekannten Vater zu treffen. Der Vater glänzt
durch Abwesenheit, dafür lernt sie all ihre Verwandten
kennen. Zu Parisette, ihrer Stiefschwester, entwickelt sie ein
enges Verhältnis. Diese Begegnung, ihr Leben und auch ihre
zum Teil leidvollen Erfahrungen, werden von den beiden Halbschwestern
erzählt, jede aus ihrer Sicht. Entstanden ist ein Bild
vom Leben zwischen den Kontinenten, ein Bild auch über
Gewalt, Angst, Hass und Liebe.
Kangni
Alem, Cola Cola Jazz, Wuppertal 2004 (Peter Hammer)
...........................................
Krimi in Douala
bfr. Die Fotografin
Ada Simon ist aus Afrika zu einer Tagung über Tropenholz
nach Mecklenburg gereist. In einem halbverfallenen Schloss treffen
sich internationale Geschäftsleute, um nicht nur über
Holzgeschäfte zu reden. Ada sieht sich dort mit einem unheimlichen
Mann konfrontiert, der in Kamerun immer wieder ihren Weg gekreuzt
hat. Denn in Kamerun hat alles angefangen....
Die Geschichte
knüpft bei ihrem ersten Krimi „Spiegelreflex“
an und geht temporeich über in den Kampf um Holz, Kunst
und um den Rohstoff des Handyzeitalters Coltan. Das Ende ist
eher verwirrend, was die ansonsten spannende Geschichte etwas
ausbremst.
Lena Blaudez,
Farbfilter, Zürich 2006 (Unionsverlag)
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Fair Reisen in Südafrika und Namibia
bfr. In Südafrika
und Namibia sind Tourismusinitiativen und Angebote entstanden,
die den Reisenden neuartige Erlebnisse und Begegnungen mit Menschen
aus allen Bevölkerungsgruppen bieten. Die Anbieter haben
sich ambitiöse Ziele gesetzt: Die lokale Bevölkerung
soll im Tourismus mitwirken und davon profitieren, man will
gute Arbeitsbedingungen schaffen, setzt auf Angebote, welche
die lokalen Traditionen respektieren und die Umwelt schonen.
Diese Pionierarbeit zeigt, wie ein fairer Handel im Tourismus
heute aussehen kann. Wie auch Reisende fair unterwegs sein können,
lesen Sie in diesem Reiseleitfaden. Er enthält nebst Portraits
und Hintergrundartikeln einen umfassenden Serviceteil mit innovativen
Reiseangeboten bereit.
Marianne
Frei, Fair unterwegs in Südafrika und Namibia, Arbeitskreis
Tourismus & Entwicklung, Missionsstrasse 21, 4003 Basel
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| Das Afrika-Bulletin |
Redaktion:
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